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Auch wenn der Spätsommer gerade darum kämpft, noch eine Weile bleiben zu dürfen, er wird langsam aber sicher vom – Achtung, das böse Wort mit H – Herbst unterwandert. Und zusammen mit dem erscheinen im September einige sehr hörenswerte, teils tatsächlich herbstlich anmutende Platten. Egal ob in die Bettdecke eingewickelt oder auf der Parkbank mit der Herbstsonne im Gesicht: um einer drohenden Herbstdepression entgegenzuwirken – oder um sie wenigstens anständig zu pflegen – empfehlen wir erhöhten Musikkonsum!

Azure Ray – “As above so below” (04.09., Saddle Creek):
Als eins der wohl schönsten Synonyme für Melancholie schaffen Maria Taylor und Orenda Fink mit ihren Stimmen und sparsamer Instrumentierung ebenso leid- wie freudvolle Musik. Auf dieser EP erweitern sie ihre musikalische Palette um schwere Elektronikklänge – Inspirationsquellen wie James Blake und Apparat sind deutlich zu hören. Auf stereogum.com kann man sich den Song “Scattered like Leaves” gratis herunterladen.

Gallows  “Gallows” (07.09., Pias):
Die Gallows sind tot, es leben die Gallows! Nach dem Ausstieg von Sänger Frank Carter im Juli 2011 stellte die Hardcore-Band kurze Zeit später Wade MacNeil von Alexisonfire als neuen Frontmann ein. Das erste Album nach der Umbesetzung scheint klassischen Hardcore hinter sich zu lassen. Der Vorab-Song “Outsider Art” klingt breitbeiniger und ist beinahe tanzflächentauglich. Ins komplette Album könnt ihr auf NME.com reinhören.

Two Gallants  “The bloom and the blight” (07.09., Fargo/Indigo):
Whisky, bärtige Männer und jede Menge Verzweiflung – danach klingen Two Gallants aus Kalifornien. Nach fünf Jahren meldet sich die Folk-Rock-Band mit zehn intimen bis druckvollen Songs zurück. Einen Vorgeschmack erhaltet ihr im Albumtrailer, bei den Kollegen vom RollingStone könnt ihr in das gesamte Album reinhören.

Band of Horses “Mirage Rock” (14.09., Sony):
Das Artwork des neuen Albums der Band aus Seattle reiht sich gut ein in die Cover seiner drei Vorgänger. Ob die von Glyn Johns (u.a. The Who, The Rolling Stones, Led Zeppelin) produzierten Songs genauso geschickt zwischen Theatralik und Southern Rock-Anleihen pendeln oder doch poppiger sind, werden wir bald erfahren. Mehr Informationen und einen ersten Song namens “Knock, knock” gibt es auf der offiziellen Bandhomepage.

Mika “Origin of love” (16.09., Universal):
Vor fünf Jahren rauschte ein hagerer, lockiger junger Herr durch sämtliche Musikkanäle und versprühte Tanzlust und gute Laune mit bunten Lolli-Dance-Popsongs, die trotz scheinbar sorgenfaltenfreier Oberfläche Tiefe bewiesen. Jetzt steht Mikas dritter Longplayer in den Startlöchern und an seiner Einstellung scheint sich nicht viel geändert zu haben, der Sound aber wirkt etwas weniger hibbelig als bisher. Einen ersten Eindruck liefern die Songs “Make you happy” und “Celebrate” (feat. Pharrell Williams).

Honig “Empty Orchestra” (21.09., Haldern Pop/Rough Trade):
Etwas schüchtern wirkte der Düsseldorfer Songwriter Honig bei seinem Konzert im November 2011 in Leipzig. Seine verträumten und sparsam instrumentierten Songs müssen sich aber ganz und gar nicht verstecken: Das Video zu „Song for those lost at sea“ und der Song “In my drunken head” lassen ein tolles Album erhoffen.

Home of the Lame “The Tree Museum” (EP) (21.09., Lametunes):
Was für Felix Gebhard vor 18 Jahren in der Küche mit einem Kassettenrecorder begann, findet mit “The Tree Museum” sein Ende. Er und seine Band veröffentlichen die letzten Songs, die sie vor zwei Jahren begannen zu schreiben, bevor sie merkten, dass die Zeit für Home of the Lame zu knapp und die geografischen Abstände zueinander zu groß geworden sind. Daten zur Abschiedstour und ein Video zum Titeltrack gibt es auf der Homepage der Band.

Mumford & Sons “Babel” (21.09., Gentleman of the road/Cooperative Music):
Ihr erstes Album schlug 2009 ein wie eine Bombe und bescherte der Band einen vollen Tourkalender. “Babel” entstand deshalb überwiegend on the road und wurde in vier verschiedenen Studios aufgenommen. Laut eigenen Aussagen haben Mumford & Sons ihrem Folk einen dunkleren Ton verpasst. Albumcover und Tracklist gibt es auf der Homepage der Band …achja und dann war da ja noch der eher verstörende Trailer auf Youtube.

Title Fight “Floral Green” (21.09., Side One Dummy/Cargo):
Mit ihrem Debütalbum “Shed” waren Title Fight 2011 eine der Punkrock-Entdeckungen des Jahres. Ein reichliches Jahr später werfen die US-Amerikaner schon den Nachfolger unters Publikum. Im Vorab-Song “Head in the ceiling fan” lässt es die Band etwas ruhiger und wehmütiger angehen. Nichts für Zartbesaitete ist dagegen das Video zur krachigeren zweiten Auskopplung “Secret Society”, das ihr bei den Kollegen von visions.de sehen könnt.

Muse “The 2nd Law” (28.09., Warner):
Die ersten beiden Singles “Survival” (zugleich offizielle Hymne der Summer Olympics) und “Madness” haben es bereits deutlich gemacht: Muse bewegen sich klar weg von ihrem Rocksound, hin zu, nunja, wummernden Bässen, Soulanleihen und (gesangstechnisch) gewissen Ähnlichkeiten zu Queen. Ob ihre neuen Songs es dennoch schaffen, eine Magie zu entfalten wie einst auf “Absolution” und “Black Holes and Revelations”? Wir sind gespannt!

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One thought on “Scheiben-Regen im September!

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