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Der Frühling traut sich endlich in die Offensive, und just liefern Gary das perfekte Album für genau jetzt und für den Rest des sonnenbeschienenen Jahres. “Hey Turtle, Stop Running!” passt gut in Garys Diskografie, denkt man an die Namen der Vorgänger “The Lonely Cnorve Machine” und “One Last Hurrah For The Lost Beards Of Pompeji”, das 2010 auf Siluh Records erschien, Robert Stadlobers eigenem Label. Der Film “Crazy”, einst Sprungbrett für Stadlobers Filmkarriere, und Gary sind inzwischen beide knapp 12 Jahre alt.

Viel wichtiger als das Phänomen des singenden Schauspielers/schauspielernden Sängers/vielseitig kreativen Menschens Stadlober ist aber, dass Gary nun zu viert sind und niemals nur einer waren. Neben Stadlober am Mikrofon ist seit Beginn an Rasmus Engler dabei, sonst unter anderem bei den grandiosen Herrenmagazin hinterm Schlagzeug. Komplettiert wird die Band von Astrid Noventa und Daniel Moheit. Zu viert sind sie stolze Eltern dieses Schildkrötenalbums, dessen Einflüsse und Vorbilder beachtlich sind (“You, Lou And Stephen Ca. 1995” erzählt von einem Pavement-Konzert), einem beim Hören aber eigentlich egal sein können.

Schon die erste Single “Love to Love” füllt den Raum mit einer warmen Spätsommerstimmung, die sich durch das ganze Album trägt. Musikalisch erinnert mich “Hey Turtle…” streckenweise an “Glass Floor” der US-Amerikaner Maritime, wie zum Beispiel “Twisted Beds”. Auch Fans von Ashs “Free all Angels” dürften sich mit dieser Platte wohlfühlen. Aber halt, ich wollte doch keine Vergleiche ziehen!

Diese Platte ist der musikalische Trailer für die kommenden warmen Monate. Sie wird sich leise im Hinterkopf festsetzen und reifen. Und wenn man sie zum Ende des Sommers wieder hervorkramt, wird sie den perfekten Soundtrack für eben dieses Gefühl der Unvollständigkeit bieten, dass einen am Ende eines jeden Sommers beschleicht, für das man aber so schwer Worte findet. Das Gefühl, dass man als Teenager nie loswurde, irgendwann vermisste und nach dem man sich jetzt, mit Mitte/Ende Zwanzig wieder sehnt. Das progressiv-gemütliche “Epitaph” bringt es auf den Punkt: “Now that summer is over we still have a lot of cleaning up to do” und das anfangs nostalgische “Are you my pilot?” entpuppt sich als Ode an diese eine gescheiterte Liebe und Feundschaft – jene, die man einen Sommer lang erleben durfte und nie vergessen wird. Es gibt zahlreiche Alben, die diese Stimmung so unbedingt verkörpern wollen, “Hey Turtle, Stop Running!” schafft es hervorragend, ganz ohne Anstrengung.

“Hey Turtle, Stop Running!” ist am 9. März bei Siluh Records erschienen und auch dort erhältlich.

Dieser Artikel ist nur auf dieser Homepage erschienen.

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